English versionPlautdietsche Version Von Dietrich Tissen und Nikolaj Tissen
•  Gästebuch  • Links  •  E-Mail  • Familienforschung

zuletzt bearbeitet
11.04.2006

Druck
version

Administrative Entwicklung

Als die Siedler 1890 nach Neu Samara kamen, gehörte die neue Siedlung zum Busuluker Ujesd des Gouvernement Samara. Der Busuluker Ujesd bedeckte eine Fläche von 17.100 qkm und hatte eine Bevölkerung von über 400.000 Personen. Ein Ujesd wurde damals in mehrere Wollosten aufgeteilt. 9 Dörfer von Neu Samara waren der Jumran-Tabinskaja Wollost, mit Zentrum in Staro-Juldaschewo, zugeordnet. Jumran-Tabinskaja Wollost wurde, außer den Deutschen, mehrheitlich von den Baschkiren bewohnt, auch die Wollostverwaltung lag in ihren Händen. Kaltan, Klinok und Jugowka gehörten zur Wosnesenskaja Wollost und Ischalka zur Kusminskaja Wolost. In jedem Dorf gab es einen Dorfschulzen, der von der Dorfversammlung gewählt und von der Regierung bestätigt wurde. Die Dorfversammlung entschied auch über die Einstellung des Lehrers, des Hirten und des Nachtwächters.

Nach der Oktoberrevolution 1917 veränderte sich die Situation nach und nach. Als erstes wurden die Selsowjets (Dorfräte) eingeführt. Im Selsowjet wurden mehrere Dörfer zusammen gefasst. Anstatt des Dorfschulzen gab es nun den Selsowjetvorsitzenden und den Schreiber. 1919-1920 gehörten Neu Samara und die Orenburger Siedlung zur Baschkirischen Republik. Sie waren dort dem Tock-Suranskij Kanton zugeordnet. Einen Winter lang wurde die Verwaltung nach Neu Samara verlegt, was sich sehr nachteilig für die Bewohner auswirkte. Kurz nach der Revolution 1917 entstand auch die Luxemburg (benannt nach der deutschen Kommunistin Rosa Luxemburg) Wollost, in der alle deutschen Dörfer vereinigt waren.

1927 wurden die Wollosten und Ujesds endgültig abgeschafft. Irgendwann um diese Zeit wurde der Luxemburgskij Rayon gebildet, zu dem nun alle Dörfer von Neu Samara gehörten. Das Zentrum war in Jaschkino. Die grössere administrative Einheit der Neu Samara angehörte war von 1928-1934 der Mittel-Wolga-Bezirk (Sredne-Wolschskij Okrug). Es war ein riesiges Gebiet mit einer Fläche von über 240.000 qkm und Zentrum in Samara. Diese Verwaltungseinheit wurde deshalb 1934 aufgeteilt. Am 7. Dezember 1934 wurde das Gebiet Orenburg (Orenburgskaja Oblast) gebildet, zu dem Neu Samara seitdem angehört. Von 26. Dezember 1938 bis 4. Dezember 1957 hieß die Stadt und somit auch das Gebiet Orenburg Tschkalow, nach einem berühmten russischen Flieger benannt.

Am 2. Februar 1962 wurde der Iwanowskij Rayon dem Luxemburgskij Rayon angegliedert, das Zentrum blieb in Jaschkino. 1963 wurden die Anzahl der Rayons verringert - am 2. Januar wurde Neu Samara Teil des Sorotschinskij Rayon - es wurden der Sorotschinskij, Luxemburgskij und Tozkij Rayon vereinigt. Am 1. Januar 1967 wurde der Sorotschinskij Rayon aufgespalten und es entstand dann die noch heute bestehende Verwaltungseinheit, der Krasnogwardejskij Rayon mit Zentrum in Pleschanowo. Die Fläche des Rayons beträgt 2.800 qkm.

1938 wurde Neu Samara in drei Selsowjets aufgeteilt: der Tockskij Selsowjet (Bogomasowo), der Podolskij Selsowjet und der Luxemburgskij Selsowjet mit Zentrum in Pleschanowo. Diese Selsowjets blieben bis heute bestehen, sind aber um die umbliegenden baschkirischen, mordwinischen und russischen Dörfer vergrössert worden. Die Dörfer waren bis 1990 so aufgeteilt:

Tockskij Podolskij Luxemburgskij Proletarskij
Bogomasowo-Tockskoje
Podolsk
Pleschanowo
Ischalka
Dolinsk
Lugowsk
Donskoje
Proletarka
Nischne-Iljasowo
Krassikowo
Klinok

Sredne-Iljasowo
Kaltan
Jugowka
und weitere
Komsomolez
Kuterlja
Werchne-Iljasowo
russische Dörfer
Alexejewka
Staro-Juldaschewo
Malo-Juldaschewo



Nischne-Juldaschewo

Dörfer der Neu Samara Siedlung sind farblich hervorgehoben.

1990 wurden Donskoje und ein Teil von Pleschanowo in einem eigenen Selsowjet abgetrennt, da die Bevölkerung dieser Dörfer seit der Verlegung des Rayonzentrums stark zugenommen hat.

Zumindestens seit dem Ende der 50-er Jahren stimmten die Territorien der Kolchosen mit den Selsowjets, d.h. auf jedes Selsowjet kam genau eine Kolchose